Ukraine: Fiktion und Wirklichkeit

Anmerkung: Ich musste den Verweis auf diesen As der Schwerter Artikel vom 7. März 2014 von Osimandia durch ihren Text ersetzen. Auf die Formatierung habe ich kaum geachtet. Hoffentlich stimmt es soweit.

Kapitel 1: Fiktion

1984-20141Stellen Sie sich vor, die tschechische Regierung würde in einer gewaltsamen Revolution in die Flucht geschlagen und die internationale Presse würde berichten, der ehemalige Ministerpräsident sei ein Massenmörder an Demonstranten. Stellen wir uns weiter vor, der neue Ministerpräsident wäre ein in Tschechien wohnhafter Deutscher – nennen wir ihn einfach mal Strychnini – der schon in den Monaten zuvor zusammen mit

2Boris Becker die Revolution politisch aufgeheizt hätte. Boris Becker wäre während dieser Zeit als möglicher zukünftiger Präsident Tschechiens im Gespräch gewesen.

3Ein deutscher Milliardär hätte sich vor einigen Jahren mit kriminellen Methoden tschechisches Volksvermögen in Milliardenhöhe unter den Nagel gerissen und säße deswegen im Gefängnis.

4Strychnini, ein guter Freund von ihm, der ihn mit dem Vornamen anspricht, hätte seinen geflüchteten Vorgänger schon vor zwei Jahren im Tonfall einer freundlichen “Ach komm, das willst du doch nicht wirklich durchziehen”-Warnung unmissverständlich aufgefordert, diesen kriminellen Milliardär freizulassen – ungeachtet der Tatsache, dass es in einem Rechtsstaat eigentlich nicht Aufgabe des Regierungschefs ist, Urteile von Strafrichtern aufzuheben – und die gesamte Kamarilla aus westlicher Politik und Presse hätte in diese Forderung mit eingestimmt.

Aufgrund eines Votums des Parlaments wäre dieser deutsche Wirtschaftskriminelle dann jedoch kurz vor dem Sturz der alten tschechischen Regierung aus dem Gefängnis freigekommen und hätte sich Herrn Strychnini und Boris Becker bei ihrer Aufhetztour angeschlossen. Tschechische Nationalisten, die mit der Politik des bisherigen Ministerpräsidenten – vermutlich keineswegs zu Unrecht – unzufrieden gewesen waren, hätten Mogenluft gewittert, ihn loszuwerden und sich den drei Deutschen angeschlossen.

5Zwischenzeitlich würde der Tonbandmitschnitt eines abgehörten Telefongesprächs ins Internet gelangen, in den eine deutsche Mitarbeiterin des amerikanischen Außenministeriums dem amerikanischen Botschafter in der Ukraine Anweisungen gibt, wie weiter mit der Revolution vorgegangen werden sollte. Sie würde sich etwas unzufrieden mit den Leistungen Boris Beckers zeigen und eine vulgäre Bemerkung über die EU machen, die ihrer Ansicht nach zu schwächlich vorgeht.

6Ein in Frankreich ansässiger Deutscher, der sein Gastland bereits in den Libyenkrieg gehetzt hat und für überaus abfällige Äußerungen über französische Traditionen und Patriotismus bekannt ist, würde nach Prag reisen und dort eine vor schwülstigem nationalistischem Pathos triefende Rede halten.

7Derweil würde ein weltbekannter Funktionär einer deutschen NGO in den USA zetern, Deutsche in Tschechien seien  beunruhigt und möglicherweise sogar in Gefahr, obwohl unter den zahlreichen Toten nicht ein einziger Deutscher gewesen wäre. Er würde die tschechischen Nationalisten – einer davon der Vizepremier des deutschen Premierministers Strychnini – aufrufen, sie mögen sich sehr gut überlegen, ob sie sich Benes als Vorbild nehmen wollen oder vielleicht doch lieber einen Pfarrer aus jener Zeit, der meinte, tschechischer Nationalismus müsse alle Völker, insbesondere das deutsche mit einschließen.

8Der Führer einer anderen Nationalistengruppierung würde eilfertig zur deutschen Botschaft in Prag pilgern und dem Botschafter  versichern, dass seine Partei im allgemeinen und er in seiner Funktion als Regierungsmitglied im besonderen alles tun würden, um negative Äußerungen über Deutsche mit allen ihm zu Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern und zu bestrafen.

9Auf der Facebook-Seite seiner Partei würde er Osama bin Laden, den wir für dieses fiktive Szenario kurz wiederauferstehen lassen, dazu aufrufen, die Gelegenheit zu nutzen, in China, dessen Regierungschef sich der Revolution gegenüber ablehnend gezeigt hätte, Terroranschläge zu verüben. Er würde weiterhin Chinesen als die Erzfeinde Tschechiens bezeichnen und frech behaupten, dass ein Krieg zwischen den beiden Ländern unvermeidlich sei – in der Gewissheit, die USA auf seiner Seite zu haben und damit womöglich einen Weltkrieg zu provozieren.

10Der Führer einer dritten nationalistischen Partei würde derweil einer um das Wohl ihrer Landsleute besorgten deutschen Journalistin versichern, dass kein Grund zur Besorgnis bestünde. Um seine Beruhigung zu untermauern, würde er ihr mitteilen, dass sich unter den Demonstranten Bundeswehrsoldaten befunden hätten, mit denen sie soch hervorragend verstanden und Schulter an Schulter gekämpft hätten.

Zu dem Zeitpunkt wäre auch so langsam bekannt geworden, dass die rund 100 getöteten Tschechen nicht von Regierungskräften, sondern von zwischen den Demonstranten verborgenen bewaffnete Milizen erschossen worden waren.

Spätestens an dem Punkt würde ich denken: Oh Gott, das waren doch hoffentlich nicht die Bundeswehrsoldaten! Denn wer außer militärisch geschultem Personal bringt so etwas unbemerkt aus einer Menge heraus fertig

11Wer würde BEZWEIFELN, dass dies ein deutscher Staatsstreich, eine deutsche Übernahme von Tschechien wäre? Niemand, der noch bei Sinnen ist.

Und jetzt müssen Sie sich nur noch vorstellen, dass in allen Berichten der Mainstreampresse und in nahezu allen der alternativen Medien nicht einmal eine deutsche Beteiligung,  geschweige denn Urheberschaft, erwähnt werden würde.

Das können Sie sich nicht vorstellen?

Natürlich nicht, denn das ist ja auch absurd. Aber was in einer Fiktion absurd ist, muss noch lange nicht in der Realität absurd sein. Verlassen wir daher die Fiktion und wenden uns etwas weiter Richtung Osten.

Kapitel 2: Wirklichkeit

Arsnij Jatsenjuk mit Vitali Klitschko beim Revoluzzern

Arsnij Jatsenjuk mit Vitali Klitschko bei einer der jüdischen Lieblingsbeschäftigungen: Revoluzzern in anderer Leute Länder

1Der neue Premierminister der Ukraine ist Arsenij  Jazenjuk. 

Bevor er sich der Politik zuwandte, war er im Finanzsektor tätig und wurde bereits im Alter von 27 Jahren Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden der AT AvalBank, einer der größten  Banken in der Ukraine. Die deutsche Wikipedia schreibt über ihn:

Er ist Katholik und gehört der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche an.

Das ist eine Minderheit in der überwiegend orthodoxen Ukraine, die uns später in diesem Artikel wieder begegnen wird. Die englische Wikipedia schreibt:

He was born into a family of Jewish-Ukrainian professors of the Chernivtsi University.

und bezieht sich dabei auf einen gedruckten Band von Oxford Analytika  sowie auf einen Artikel von Ben Judah aus Kiew für die ETH Zürich aus dem Jahr 2009.

Vitali und Wladimir Klitschko

Vitali Klitschko (links)

2Wie der Zufall es will, ist vermutlich auch Vitali Klitschko jüdischer Herkunft. Das Boulevardblatt Super-Illu schreibt:

Opa war bei Stalins Geheimpolizei, Vater Atomwaffen-General, Vitali und Wladimir sind die besten Boxer der Welt (…) Auf Ukrainisch bedeutet dieser Name „Der Rufer“. Die Vorfahren der Klitschkos sind Kosaken und Juden aus der Ukraine.

und die Webseite Terragermania hat dazu einen auf ukrainisch erschienenen Artikel über Juden in der Boxgeschichte gefunden. Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden in Deutschland bekundete  gegenüber der Bildzeitung, seine Unterstützung für Klitschko  und sagte, dieser habe

schon einige Male seine persönliche Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinschaft gezeigt.

Genaueres über die Art dieser persönlichen Verbundenheit blieb er allerdings schuldig. Weiterhin sagte er, Klitschko kämpfe

in diesen Wochen den Kampf seines Lebens für die Freiheit und gegen die Diktatur in der Ukraine. Er streitet leidenschaftlich für Gerechtigkeit und den Kurs in Richtung freies Europa. Er ist ein Held unserer Zeit, ein Kraftpaket an Courage.“

Doch Graumann warnt Klitschko zugleich auch vor Teilen der Opposition: „Leider ist im Moment auch die rechtsradikale, faschistische und antisemitische Swoboda-Partei ein Teil der Oppositionsbewegung in der Ukraine. Vitali Klitschko muss daher sehr aufpassen, hier immer die richtige Distanz zu wahren.“

Julia Timoschenko zwischen Freialssung aus dem Gefängnis und Friseurtermin

Von der Gasprinzessin zur Märtyrerin; Julia Timoschenko nach der  Freilassung aus dem Gefängnis und vor dem ersten Friseurtermin

3Die englischsprachige ukrainische Website ForUm  berichtete bereits im Januar 2012 über eine Dokumentation des russischen Fernsehsenders NTV  über  Julia “die Eiserne” Timoschenko, in der ihre jüdischen Wurzeln enthüllt wurden, und die  hebräische Wikipedia  (übersetzt mit dem Google-Übersetzer) schreibt:

“Timoschenko wurde in Dnepropetrovsk, UdSSR (heute Ukraine) , Wladimir Iwanowitsch Grigian und Ludmila Tlgina geboren. Als sie zwei Jahre alt war , ihr Vater ihre Mutter scheiden und verließ die Familie. Er heiratete und hatte die Ehe im Jahr 1969 Jahr. Im Alter von 10 Julias Mutter änderte ihren Nachnamen Mgrigian Ltlgina .

Divisive ethnischen Herkunft und nicht eindeutig auf der Grundlage Timoschenko sagt sie [4] väterlichen Halb lettischen und ukrainischen mütterliche Hälfte, aber dieser Anspruch ist erstaunlich, dass ihr Großvater , Abram , überhaupt nicht häufig bei Letten . Viele behaupten, der Name ihrer Mutter, Tlgina , ist ein russischer Name ausgesprochen wird.

Väterliche Familienname, Grigian , können scheinbar implizieren armenischer Herkunft , aber im Jahr 2008 veröffentlichte er ein Politiker Dmitry Chubut, die in einem Dokument, sein Judentum von Timoschenko- Großvater von ihrem Vater erscheint. Die oben genannten Dokumente können lernen Slsva von Timoschenko nannte Abram Kalmanovitz ( Ben Kalman ) Kfitlmn [Kapitelmann] , die typisch jüdische Namen.”

Julia Timoschenko war zwar “nur” wegen Wirtschaftskriminalität verurteilt und inhaftiert worden, 2012 kam allerdings auch noch der durch Tonbandaufnahmen untermauerte Verdacht eines  schwerer wiegenden Verbrechen gegen sie auf, der allerdings nicht zu einer Verurteilung führte. Euroactiv berichtet:

Der ukrainische Geschäftsmann Jewgeni Schtscherban wurde im November 1996 erschossen, als er auf dem Flughafen im ostukrainischen Donezk seine Privatmaschine verließ. Er war  im Energiehandel ganz offensichtlich seinen Konkurrenten im Weg. Die Auftragskiller wurden verurteilt, doch die Auftraggeber blieben unerkannt. Schwere Vorwürfe konzentrieren sich immer mehr auf die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko.

4Im nachfolgenden englischsprachigen Video aus dem Jahr 2012 wendet sich Arsenij Jatsenjuk in einem eindringlichen Appell an den (inzwischen Ex-)Premierminister Janukowitsch, Julia freitzulassen.

Übersetztes Transkript (Es empfiehlt sich aber wegen Tonfall, Mimik und Gestik auf jeden Fall, das Video anzusehen)

Ich möchte mich zunächst zu der jüngste Strafsache äußern, die mit Julias Fall zusammenhängt. Sehen Sie:

  • Das ist schrecklich!
  • Und widerwärtig!

Wir können nicht die Zukunft mit der Europäischen Union gestalten, wenn wir nicht diesen Fall – Julias Fall – zu einer Lösung bringen. Janukowitsch kann sich nicht hinter irgendwas verstecken und sagen, dass alles in Ordnung ist.

  • Er hat die falsche Entscheidung getroffen!
  • Er muss das eingestehen!
  • Er muss Julia freilassen!
  • Diesen Schlamassel beenden!
  • Und das Land vorwärts bewegen!
  • Im Sinne der europäischen Integration!
  • Er hat das getan!
  • Er ist persönlich verantwortlich dafür!
  • Also muss er diese Sache auch ändern!

Wie wir mittlerweile wissen, hat Janukowitsch diese Aufforderung nicht ernst genommen. Das hat er jetzt davon! Wer nicht hören will, muss fühlen. Es ist nicht auszuschließen, dass dies auch eine Botschaft an andere europäische Marionetten ist, die Aktivitäten jüdischer Oligarchen nicht zu behindern. Man sollte als einfacher Privatmensch stets im Hinterkopf haben, dass nicht alles, was gesagt oder auch in den Medien berichtet wird, an uns gerichtet ist. Ich bin überzeugt, manches sind auch Botschaften an niederrangige NWO-Chargen wie z.B. Premierminister, Bundeskanzler und andere “Größen” der Politik, die wir oft nicht verstehen können und sicher auch in den meisten Fällen nicht einmal bemerken.

5Unlängst tauchte im Internet der Videomitschnitt eines Gesprächs von Victoria Nuland, der für Europa und Eurasien zuständigen Assistant Secretary of State im Dienst des US-Außenministeriums, auf, in dem sie dem amerikanischen Botschafter in der Ukraine Anweisungen zum weiteren Vorgehen beim Umbau der Ukraine erteilte, sich mit den Leistungen von Klitschko ein bisschen  unzufrieden zeigte und dem Wunsch Ausdruck verlieh, er möge nicht für ein Amt vorgesehen werden.

Klitschko hat – wie wir inzwischen wissen – zufällig auch in der neuen Regierung bislang kein Amt erhalten, obwohl er die ganze Zeit zuvor hoch dafür gehandelt worden war. Wikipedia schreibt über Victoria Nuland:

Nuland is the daughter of Yale bioethics and medicine professor Sherwin B. Nuland, the family’s original surname being Nudelman. One of Victoria’s grandfathers was Meyer Nudelman from a family of Jewish immigrants who came to New York City from the Russian Empire.

Auf manchen alternativen Webseiten wird behauptet, auch der amerikanische Botschafter in der Ukraine Geoffrey Pyatt sei Jude, das konnte ich aber weder verifizieren noch widerlegen. Eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür besteht, da die nichtjüdischen Botschafter der USA für weniger kultivierte Länder  wie zum Beispiel Libyen benötigt werden. Jüdische Botschafter sind hingegen gut geeignet, in europäischen Ländern wie zum Beispiel Belgien über den Unterschied zwischen verzeihlichem islamischen und bösartigem europäischen Antisemitismus aufzuklären.

Dieser Mitschnitt, der sicher eine peinliche unangenehme Panne darstellte, konnte auch von den Mainstreammedien nicht mehr ignoriert werden. Was tun? Glücklicherweise hatte Frau Nudelmann angesichts des ihrer Meinung nach zu zögerlichen Vorgehens der EU bei der Neugestaltung der Ukraine ein bisschen die Contenance verloren und deswegen  “Fuck the EU” gesagt. So konnten sich die Medien und in deren Schlepptau das Volk auf diesen Ausrutscher stürzen und sich ausgiebigst darüber empören, was “diesen Amis” eigentlich einfällt, sich so vulgär über “uns” zu äußern. Auch die Bundeskanzlerin eilte zur Schadensbegrenzung herbei und konzentrierte sich auf die Ausdrucksweise, die sie als “absolut unakzeptabel” bezeichnete, und Frau Nudelmann entschuldigte sich. Nicht beim ukrainischen Volk für die anmaßende Einmischung – versteht sich -sondern bei den EU-Funktionären für das böse F-Wort.

Damit war der Blendscheinwerfer erstmal weg vom Inhalt.  Auch Vitali Klitschko, für den der Inhalt durchaus auch ein bisschen blamabel war, übte

“scharfe Kritik”

und lenkte weiter vom Inhalt ab, indem er seiner glasklaren Erkenntnis Ausdruck verlieh, dass

 die USA und die EU mit der Veröffentlichung provoziert werden sollen. Alle Seiten müssen jetzt besonnen reagieren und sollten nicht in diese Falle tappen.

Elmar Brok (CDU), Chef des Auswärtigen Ausschusses des EU-Parlaments, ist da ganz seiner Ansicht und hat auch schon eine hübsche Verschwörungstheorie parat, wer hinter der Veröffentlichung (Inhalt ist auch für ihn kein Thema) steckt. Er sagte gegenüber der Welt

“Der Trick, Amerikaner und Europäer jetzt durch abgehörte Telefonate aufeinanderzuhetzen, ist die alte russische Art der Desinformationspolitik. Darauf dürfen wir jetzt nicht reinfallen.

spinne6Das Feuilleton der FAZ berichtete vor einigen Tagen über Bernard Henri Lévy, einen in Frankreich ansässigen jüdischen Philosophen und Publizisten, der immer besser als Europäer und insbesondere besser als die Deutschen zu wissen scheint, wem Europa helfen muss:  zum Beispiel  den libyschen Rebellen  und jetzt auch den Rebellen in der Ukraine. Er ließ es sich nicht nehmen, höchstpersönlich nach Kiew zu reisen und dort eine vor nationalistischem Pathos triefende Rede zu halten.

Volk des Majdan! Ihr habt mit nahezu nackten Händen die Berkut-Einheiten zurückgedrängt. Ihr habt allein oder nahezu allein Janukowitsch in die Flucht geschlagen. Ihr habt mit einer großen Völkern würdigen Selbstbeherrschung der Tyrannei eine historische Niederlage bereitet. (…) Ihr seid nicht nur Europäer, ihr seid die besten Europäer. (…) Ich verneige mich vor euren Toten. Ich verneige mich vor eurem Mut und sage euch noch freudiger als zuvor: „Willkommen in unserem gemeinsamen Haus!“

Die Erwähnung des allgegenwärtigen Gottseibeiuns darf natürlich bei einer solchen Gelegenheit auch nicht in der Mottenkiste bleiben. Über die russischen Aktivitäten auf der Krim sagt er:

Es ist dasselbe Argument, das Hitler 1938 vorschob, um in die Tschechoslowakei einzumarschieren, weil die Sudetendeutschen deutschsprachig seien. Aber ihr, das Volk des Majdan, seid da, um dieses neue Verbrechen zu verhindern.

Im Jahr 1986 war er noch nicht ganz so begeistert von europäischen Völkern, Vaterländern und dem ganzen altmodischen Plunder in ihrem Gefolge, sondern fand das im Falle von Frankreich vielmehr “furchtsam, verklemmt, armselig und widerwärtig”.

7Die Huffington Post gab Abe Foxman, dem Vorsitzenden der in den USA ansässigen Anti Diffamation League (ADL) Gelegenheit, seine Gedanken zur Lage in der Ukraine in einem Artikel zu veröffentlichen. Nachfolgend die auszugsweise Übersetzung davon.

In der Ukraine muss die neue Regierung die jüdische Gemeinde beschwichtigen

Die jüdische Gemeinde der Ukraine ist nervös. Die ultranationalistische Swoboda-Partei mit ihrer Geschichte des Antisemitsmus und als Plattform ethnischen Nationalismus’ erzielte bei der Wahl im Oktober 2012 mehr als 10 Prozent der Stimmen, war Teil der politischen Führerschaft der Maidan-Revolution während der vergangenen Monate und erhielt gerade diese Woche drei Ministerämter in der neuen ukrainischen Regierung.

Während sich die führenden Swoboda-Politiker zwar seit kurzem antisemitischer Äußerungen enthalten, ist es dennoch beunruhigend, dass Oleksandr Sych, Swobodas Chefideologie, zum Vizepremierminister ernannt wurde. Sychs Reden fokussierten sich über Jahre hinweg darauf, ukrainischen Nationalismus zu propagieren, der ihm zufolge beispielhaft von Stepan Bandera, einem Führer der ukrainischen nationalistischen Bewegung der 1930er und 1940er Jahre repräsentiert wird. Bandera war zu jener Zeit während des 2. Weltkriegs mit den Nazis in Einklang und an den Massenmorden an Juden und Polen durch ukrainische Partisanen beteiligt.

Sych hat auch geäußert, der ukrainische Nationalismus sei sowohl von dem “kommunistischen russischen Regime” als auch vom “liberalen Europa” bedroht. Die Ironie dabei ist, dass er durch eine Revolution ausgehend von einer plötzlichen Weigerung des ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch, ein Abkommen mit der EU zu unterzeichnen, an die Macht gekommen war.

Interessanterweise haben die nationalistischen Gruppen, die auf dem Maidan gegen Regierungstruppen und die Polizei gekämpft haben, diese Woche eine bedeutende Geste gegenüber der jüdischen Gemeinschaft gemacht.

8Dimitri Jarosch, der Führer des “Rechten Sektors” traf sich mit dem israelischen Botschafter in der Ukraine, Reuven Din El, und sagte ihm, dass ihre Bewegung Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit ablehne und nicht tolerieren werde. Er sagte, ihr Ziel sei eine demokratische Ukraine , eine transparente Regierung, die Beendigung der Korruption und Chancengleichheit für alle ethnischen Gruppen.

Die israelische Botschaft in der Ukraine berichtet auf Facebook über dieses Treffen:

Dimitri Jarosch betonte auch, dass jegliche Hassrede, und dabei insbesondere Antisemitismus, vom “Rechten Sektor” nicht nur verurteilt werde, sondern dass sie damit fortfahren würden, derartiges mit allen legitimen gesetzlichen Mitteln zu bekämpfen. Das Ziel der Bewegung sei, eine demokratische Ukraine und eine transparente Regierung aufzubauen, Korruption zu bekämpfen und für alle Nationen und Völker Chancengleichheit zu gewährleisten; sie hätten die Absicht, das Volk zu vereinen und einen Staat aufzubauen, der vom Volk regiert wird.

Die Gesprächsparteien kamen überein, eine Hotline einzurichten, um Provokationen zu vermeiden und aufkommende Streitfragen zu koordinieren. Die Führer der Bewegung betonten, dass jeglicher Ausdruck von Chauvinismus und Fremdenfeindlichkeit bestraft werden würde.

Über denselben Dimitri Jarosch,  der der so schöne Worte  zu sprechen und so schöne Hotlines einzurichten weiß,  berichtet Russia Today ,  er habe sich

Doku Umarow

Doku Umarow, der auch “Bin Laden Russlands” genannt wird

9 auf der Seite des “Rechten Sektors” im sozialen Netzwerk VKontakte Russlands meistgesuchten Terroristen Doku Umarow dazu aufgefordert, gegen Russland aktiv zu werden. In der Erklärung wird ausgeführt, dass “viele Ukrainer mit der Waffe in der Hand” tschetschenische Militante in ihrem Kampf gegen Russland unterstützt haben, und dass “es jetzt an der Zeit ist, die Ukraine zu unterstützen”.

Die Botschaft, die mit “Führer des Rechten Sektors Dimitri Jarosch” unterzeichnet ist, ruft Umarow in der Folge davon auf, “seinen Kampf aufzunehmen und die einmalige Chance zu ergreifen, Russland zu besiegen”. Jarosch gibt in diesem Aufruf seiner Meinung Ausdruck, dass Russland der “ewige Erzfeind” der Ukraine und ein Krieg zwischen den zwei Ländern “unvermeidlich” sei.

Umarow, der sowohl während der Tschetschenienkriege militiante Gruppen anführte als auch mehrere große Terroraktionen organisierte, ist der am meisten gesuchte Terrorist Russlands. Er hat die Verantwortung für mehrere Attentate auf russische Zivilisten übernommen, einschließlich der Bombenattentate auf die Moskauer Untergrundbahn im Jahr 2010 und des Bombenattentats auf den Internationalen Flughafen Domodedovo im Jahr 2011, bei denen Dutzende von Menschen den Tod fanden und Hunderte verletzt wurden.

Mittlerweile ist die Seite des Rechten Sektors, auf dem die Botschaft gepostet worden war, abgeschalten worden, weil sie die Nutzungsbedingungen des Sozialen Netzwerks mit dem Einstellen verbotener Inhalte verletzt hat. Die Seite hatte über 375.000 Follower gehabt und war zuvor dazu genutzt worden, die Aktionen der verschiedenen Zellen der Bewegung in der Ukraine zu koordinieren.

Der investigative Journalist Eric Draitser hat im Jahr 2013 berichtet, dass Doku Umarow vom amerikanischen und finnischen  Außenministerium sowie  dem National Endowment für Democracy finanziert worden sei.

Muster tauchen auf, Kreise schließen sich, die Fragen “Was für Ukrainer haben tschetschischen Terrorismus wie unterstützt?” und “Wie passt diese Information zum Boston-Marathon-Attentat, das angeblich von tschetschenischen Terroristen verübt worden war?”  schießen in den Kopf. Man könnte Tage und Wochen, ja vermutlich den gesamten Rest seines Lebens,  damit verbringen, von einem Link zum anderen zu springen, und käme immer noch zu keinem Ende. Das Bild eines gigantischen furchterregenden Geflechts taucht vor dem geistigen Auge auf. Aber hier habe ich mich gezwungen aufzuhören. Zumindest für hier und heute.

Zurück zum Artikel von Abe Foxman:

10Am Tag zuvor interviewte die ukrainische-jüdische Journalistin Eleonora Groisman Sergej Mischenko, den Führer der “Spilna Sprava” und sagte ihm, dass die Juden der Ukraine wegen der Nationalisten besorgt seien. Mischenko erwiderte, dass Juden keinerlei Probleme haben werden und sich nicht sorgen sollten. Er fuhr weiter fort: “Auf dem Maidan waren Juden unter uns, die in der IDF dienten. Wir kamen hervorragend miteinander zurecht und kämpften Schulter an Schulter.”

Auch die Webseite Voltairenet berichtet über israelische Soldaten auf dem Maidan, kommandiert von vier ehemaligen israelischen Offizieren, die eine Kippa unter ihren Stahlhelmen tragen.

Abe Foxman weiter:

Im Novenmber 2013, nicht lange bevor die Anti-Janukowitsch-Proteste begannen, ehrte die ADL Erzbischof  Andrej Scheptiski, einen geistigen Führer der ukrainischen Katholiken, welcher der ukrainisch-griechisch katholischen Kirche von 1900 bis zu seinem Tod im Jahr 1944 vorstand. Erzbischof Scheptiski wurde posthum mit dem Jan Karski Courage to Care Award für seinen unerschrockenes Heldenmut, Juden vor dem Holocaust zu retten, ausgezeichnet.

Nachdem ich die Laudatio für Erzbischof  Scheptiskis Taten gehalten hatte, sagte ich:

Ich möchte mit Hinblick auf die heutige Situation in der Ukraine noch auf einen letzten Punkt zu sprechen kommen. Es gibt eine starke und wachsende nationalistische Bewegung. Sie steht vor der Wahl zweier Rollenmodelle: Dem des ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera, der am 30. Juni 1944 in Lemberg einen unabhängigen Staat ausrief, nachdem die Nazis die sowjetische Armee vertrieben hatten und am nächsten Tag damit anfingen, Juden zu ermorden. Oder sie kann sich von dem ukrainischen Erzbischof Andrej Scheptyzkyj inspirieren lassen, der am 1. Juli, dem Tag nach der Unabhängigkeitserklärung schrieb, dass die neue Regierung – ich zitiere – “eine weise, gerechte Führung ausüben sowie Maßnahmen ergreifen möge, welche die Bedürfnisse und das Wohlergehen aller Bürger, die unser Land bewohnen, ohne Ansehen, welcher Religion, Nationalität oder sozialen Schicht sie angehören, berücksichtigt.

Der ukrainische Nationalismus von Erzbischof Andrej Scheptiski, eine des Mitgefühls und sogar der Liebe für seine jüdischen Nächsten, ist einer, den Juden rund im die Welt annehmen und unterstützen können. Und wir fordern alle, die von den Taten und Worten des Erzbischofs inspiriert sind, auf, mitzuhelfen, der zerstörerischen Strömung Banderas entgegenzutreten.

Ich habe mich ein wenig über Andrej Scheptiski kundig gemacht.

Er schrieb einen Brief an Himmler, in dem er ihn darum bat, ukrainischen Polizisten zu verbieten, Juden zu ermorden. Er gab Hirtenbriefe heraus, in denen er sein Volk, die griechisch-katholische Gemeinde der westlichen Ukraine, der lt. deutscher Wikipedia auch Arsenij Jatsenjuk angehört (s.o.) eindringlich aufforderte, ihre jüdischen Nächsten zu lieben, anstatt in den Reihen der Polizei zu dienen, die sie tötet. Mit Hilfe seines Bruders Klymentyi, dem Abt einer von ihm gegründeten Mönchsgemeinschaft, gab er in seiner Privatresidenz und Klöstern in Lemberg mehr als 100 Juden Unterschlupf. Schwer krank und an den Rollstuhl gebunden überlebte er bis 1944 ohne von den Deutschen behelligt zu werden, starb noch während der deutschen Besatzung im hohen Alter eines natürlichen Todes und wurde mit allen Ehren in einer Kirche beigesetzt. Dann kam die Rote Armee, die kurzerhand die griechisch-katholische Kirche auf ihrem Territorium eliminierte und seinen Bruder Klymentyi verhaftete, bis dieser 82-jährig im Jahr 1951 im Gefängnis verstarb.

Ukrainischen Nationalisten dürfte die Geschichte der Brüder Scheptyzkyj, sowie die Kommandostruktur der Roten Armee und Sowjetherrschaft besser bekannt sein als mir, sodass anzunehmen ist, dass sie die Botschaft verstanden haben, wem man besser nicht in die Suppe spuckt.

Abe Foxman weiter:

Wird Vizepremierminister Sych Bandera verwerfen und Europa umarmen? Wird Swoboda Juden als vollwertige Ukrainer akzeptieren und den Willkommensversicherungen der bewaffneten Nationalisten folgen? Oder werden die Versprechungen des Rechten Sektors und von Spilna Sprava von dem ethnischen Nationalisms von Swoboda überrannt werden?

Zwischenzeitlich werden die Sicherheitsvorkehrungen in jüdischen Einrichtungen ausgeweitet. Während der letzten zwei Wochen wurden zwei Juden in Kiew gewaltsam angegriffen und auf eine Synagoge in Zaporozhe wurden Molotowcocktails geworfen.

Wollen wir hoffen, dass die Synagoge noch steht und dass die zwei betroffenen Juden nicht gezwungen waren, nach den gewaltsamen Angriffen ein Heftpflaster zu tragen. Falls das doch der Fall sein sollte, ist es ihnen vielleicht ein Trost, dass eine solche Tragödie durchaus auch neue Wege eröffnen kann, zum Beispiel den zu dem wichtigen Posten eines Antisemitismusbeauftragten in der neuen Regierung.

Einige jüdischen Führer haben sogar die Möglichkeit einer Massenauswanderung aus der Ukraine ins Gespräch gebracht.

Ich bin recht zuversichtlich, dass dieses Bedrohungsszenario nicht eintreten wird. Ob die Ukrainer es überhaupt als Bedrohungsszenario betrachten würden, vermag ich nicht zu beurteilen. Abe Foxman hingegen kann sehr gut beurteilen, was die Aufgabe des neuen ukrainischen Ministerpräsidenten ist:

Die Zukunft der ukrainischen jüdischen Gemeinschaft könnte davon, wie Swoboda sich entscheidet, sowie von den Handlungen der demokratischen Politiker der Ukraine abhängen.

Premierminister Arsenij Jatsenjuk hat zusammen mit dem UDAR-Führer Vitali Klitschko Swoboda 2012 in die Oppositionskoalition gebracht. Jetzt, da er Swoboda in die Regierung gebracht hat, ist es die Aufgabe von Premierminister Jatsenjuk, sicherzustellen, dass Antisemitismus nicht toleriert wird und dass demokratische Normen eingehalten werden. Indem er diese Botschaft jetzt an das Volk der Ukraine sendet, wird der Premierminister die jüdische Gemeinde beruhigen und ein bewundernswertes Zeichen setzen.

Die Nationalisten der Ukraine dahin zu lenken, den Weg von Erzbischof Scheptiski zu gehen, ist ein grundlegender Test für die demokratischen Entwicklung der Ukraine und ein wichtiger Schritt nach vorne für das Land. Wenn er erreicht wird, mag die Zukunft für die jüdische Gemeinschaft der Ukraine strahlend und nicht düster aussehen.

Ich gehe davon aus, dass die Nationalisten der Ukraine wissen, welcher Weg der gesündere für sie ist, und dass sich die jüdische Gemeinde der Ukraine keine Sorgen machen muss. Ob das auch für Ukrainer und Russen gilt, ist vielleicht nicht ganz so sicher.

11Wer würde ANNEHMEN, dass dies ein jüdischer Staatsstreich, eine jüdische Übernahme der Ukraine ist? Wie es aussieht: So gut wie niemand.

Und so werden die Mainstreammedien und fast die gesamten alternativen Medien im Internet weiterhin debattieren und streiten, ob denn nun die Russen oder die Amis, die Ukrainer, die EU, Regierungskräfte oder  antisemtiische Neonazis, der Liberalismus, der Kommunismus, der Nationalismus, der Globalismus, der Faschismus oder irgendein anderer Blablaismus schuld an den Unruhen und den Toten sind – und dass die Deutschen in dieser Schuldigen-Liste  auf keinen Fall mal ausnahmsweise fehlen, dafür hat freundlicherweise die auf unserem Boden ansässige Konrad-Adenauer-Stiftung gesorgt. Sie werden sich verbal bis aufs Messer bekämpfen und vielleicht eines schlimmen Tages, den der Himmel verhüten möge,  auch weniger verbal und mit Kriegswaffen anstatt mit Messern. Aber in einer Sache werden sie sich wohl immer einig sein: Über Juden spricht man in solchen Zusammenhängen nicht.

Was Politik und Mainstreammedien angeht, habe ich den Grund dafür schon begriffen. Aber was anonyme alternative Medien angeht, würde ich ehrlich gern wissen: WARUM?


Ein weiterer Artikel zum Thema Ukraine:Aktuelles und Skurriles – heute: Demokratie
Diskussion zum Thema Ukraine: Warum der Westen in Libyen intervenierte: War dies eine Überraschung? (ab Kommentar #101)

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